Dass Halle eine beträchtliche Kolonialgeschichte hatte, wissen die wenigsten. Zwischen 1871 und 1933 saß hier der größte Kolonialverein des Kaiserreichs. Dazu kamen Dutzende Kolonialwarenläden, Kolonialwaren wie die "Kamerun-Schokolade" der David'schen Schokoladenfabrik (heute: Halloren AG) und vor allem die sogenannten "Völkerschauen", die ab 1901 im Zoologischen Garten zehntausende Menschen anzogen. Daniel Pöhl legt dazu jetzt die erste umfassende Kolonialgeschichte der Stadt vor. Bei dieser gemeinsamen Veranstaltung mit dem Bergzoo stellt er sein Buch vor – mit einem klaren Schwerpunkt auf die Zurschaustellung von Menschen im Zoo.
Über Daniel Pöhl:
Daniel Pöhl, seit 2026 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der MLU Halle-Wittenberg, studierte von 2019 bis 2025 Gymnasiallehramt für Geschichte und Englisch in Halle und Newcastle. Seine Forschungsschwerpunkte sind der Kolonialismus in lokal- und regionalgeschichtlicher Perspektive und die öffentliche Verarbeitung von Geschichte, etwa in Museen. Sein Buch zur hallischen Kolonialgeschichte (Koloniale Kulturen im urbanen Raum: Halle vom Kaiserreich bis zur Weimarer Republik) geht auf seine Abschlussarbeit zurück, die vom Institut für Geschichte mit dem ersten Institutspreis ausgezeichnet wurde.